Kirchen, Schlösser und Denkmäler

Das WällerLand als KirchenLand – Liebhaber von Kirchen kommen im WällerLand auf ihre Kosten. Und auch wer ein Faible für Hochherrschaftliches hat wird fündig – sowohl Schloss Molsberg mit seinem herrlichen Schlosspark als auch das Wasserschloss Neuroth sind immer wieder eine Augenweide.

In Westerburg gibt es drei Kirchen, die durch den 3-Kirch-Weg miteinander verbunden sind.

Die evangelische Schlosskirche gleich unterhalb des Schlosses thront über der Stadt und ist gemeinsam mit dem Schloss Wahrzeichen von Westerburg. In der Schlosskirche finden regelmäßig Konzerte statt, die Sie in unserem Veranstaltungskalender finden.

Die katholische Pfarrkirche Christkönig findet der Wanderer dann auf dem Weg zur Liebfrauenkirche auf halbem Weg. „Unserer lieben Frau auf dem Reichenstein“ so die Inschrift an der Liebfrauenkirche in Westerburg.

In Gemünden befindet sich die älteste Kirche des Westerwalds.

Interessantes rund um die Bibel findet man im Haus der Kirche in Westerburg.

Sankt Adelphus Kirche (Salz)

Seit vielen Jahrhunderten steht inmitten des alten Siedlungsraums am Salzbach die auf einem Berggrad erbaute Pfarrkirche. Schon von weitem erkennt der Besucher Turm und Kirchenschiff.

Wegen der historischen und kirchlichen Bedeutung wurde das Gotteshaus 1986 unter Denkmalschutz gestellt.

Pfarrei ist vermutlich schon vor 1150 entstanden

In Veröffentlichungen wird die Entstehung der Pfarrei schon vor 1150 vermutet. Im Mittelalter erfolgte von Trier aus eine Missionierung der rechtsrheinischen Gebiete auch an der Lahn entlang bis nach Dietkirchen. Von Dietkirchen wurde der christliche Glaube nach Norden ins Elbbachtal und seine Seitentäler verbreitet. Ein geistlicher Mittelpunkt und Urpfarrei könnte das Gebiet um den Blasiusberg (Blesberg) mit einer Michaelskirche, später Blasiuskirche, gewesen sein. Aus dieser Urpfarrei wurden dann Pfarreien wie Gemünden und Salz herausgelöst. Schon 1211 finden wir die Erwähnung eines Priesters Albert und 1234 eines Pfarrer Wigand. Eine vollständige Liste aller Seelsorger bis zu den Pfarrern Pascher, Hubrich und Jonietz, dem heutigen Seelsorger, liegt vor.

Die Reformation wurde nur für kurze Zeit wirksam und im Jahre 1564 mit der grundherrschaftlichen Übernahme des Gebiets durch Kurtrier beendet. Um 1580 (1662 bestätigt) wurden das „Oberkirchspiel“ um Kölbingen-Möllingen und die Pfarrei Hahn abgetrennt. Zum Erzbistum Trier (Im 18. Jahrhundert war Joh. Philipp v. Walderdorff Kurfürst und Erzbischof) gehörte Salz bis zur Gründung des Bistums Limburg im Jahre 1827. Heute gehören die Dörfer Salz, Girkenroth, Bilkheim, Weltersburg und Guckheim zur Pfarrei Salz.

Die Baugeschichte der Kirche

Mittelpunkt der schon Ende des ersten Jahrtausends bestehenden Salzer Pfarrei war eine Pfarrkirche.

Ein Blattkapitell des 11. Jahrhunderts, angeblich aus Salz, jetzt in Schloss Molsberg, könnte in einer Vorläuferkirche seinen Platz gehabt haben. Die jetzige romanische Basilika ist wohl vor Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und später durch einen spätgotischen Chorschluss ergänzt worden.

Die Seitenschiffe wurden nachträglich nach Westen verlängert. Nach dendrochronologischen Untersuchungen stammen die Holzproben aus den Jahren 1259, 1451, 1637 und 1839. Die Grabungen und die dadurch zu Tage gekommenen Bodenproben bei den Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten im Jahre 1987 lassen den Schluss zu, dass die Kirche mehrmals durch Brand und andere äußere Einwirkungen beschädigt und wiederaufgebaut wurde.

Ausführliche Informationen finden Sie im Info-Flyer der Kirche.

Pfarrkirche St.Matthias (Steinefrenz)

Die romanische Pfarrkirche wurde unter Pfarrer Aloys Wolf vom Architekten Meister aus Bochum (1877–1943) entworfen und unter der Leitung des Baumeisters Peter-Josef Weimer aus Weroth (1871–1959) aus Basalt der „Odenwälder“ und aus Trachyt aus dem Dahlener Bruch zwischen 1914-16 erbaut. Die Steine sowie Sand, Kalk u. a. wurden unentgeltlich von den Bauern aus Steinefrenz und Weroth – viele befanden sich im Krieg – mit Viehfuhrwerken herangeschafft. Die veranschlagte Bausumme betrug 46.560,– Mark. Etwa 30.000,– Mark an Spenden wurden aus beiden Dörfern zugesagt.

Am 3. Adventssonntag 1916 fand die feierliche Einweihung des stattlichen Gotteshauses statt. Der barocke Hochaltar aus der „Hadamarer Schule“ wurde im Jahre 1936 aus der alten Kapelle, erstmals erwähnt im Jahre 1525, überführt. Er war nach dem Neubau der Kapelle 1746 angeschafft worden.

Die letzte große Renovierung mit Ausmalung aus dem Jahre 2001 gab der Kirche ihr heutiges Aussehen. (Text: Stefan Weyand)

Mehr Informationen gibt es hier:

Pfarrei St. Matthias Steinefrenz-Weroth
Hauptstraße 31
56414 Steinefrenz
Telefon +49 (0) 6435 961227

Die katholische Pfarrkirche Sankt Petri Thronerhebung (Meudt)

Die Meudter Pfarrkirche zählt in ihren Ursprüngen zu den ältesten Peterskirchen des Lahngaues und gehört damit höchstwahrscheinlich zum Gründungsbestand im Bereich des Erzbistums Trier, da sie ein mit der Bischofskirche identisches Patronat – „Petri Stuhl“ (22. Februar) aufweist. So belegt das Meudter Pfarrsiegel des 14. Jahrhunderts bereits in einer Urkunde aus dem Jahre 1350 den „über einer Architektur wachsenden St. Petrus mit Schlüssel (in der Linken) und Buch (in der Rechten)“ als Kirchenpatron.

Die Kirche war möglicherweise – wie auch die Peterskirchen in Diez und Niederzeuzheim – einer Gründungsphase des fränkischen Bischofs Numerian (er lebte um 650) im 7. Jahrhundert zuzurechnen.

Die Wurzeln der in den Jahren 1910/11 erbauten Meudter Pfarrkirche reichen urkundlich belegt zurück bis ins 12. Jahrhundert. Bereits im Jahre 1211/14 erwähnt eine Urkunde über die Rechte des Erzbischofs von Trier im Wald Spurkenberg die Pfarrkirche zu Meudt (ecclesia muede).

Westturm aus dem 12. Jahrhundert

Von diesem spätromanischen Kirchenbau blieb nur der an die Südecke unserer Kirche angrenzende Westturm im Wesentlichen erhalten. Man schreibt seine Erbauung der einfachen romanischen Form wegen der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zu.

Die Kirche in ihrer heutigen Form wurde am 15.10.1911 durch den Limburger Bischof Dominicus Willi unter Assistenz des aus Dahlen stammenden Kapuzinerpaters Bartholomäus Sturm, Prof. Reuß aus Montabaur, Missionspfarrer Dr. Balthasar Pörtner und des Ortspfarrers Grandpré eingeweiht.

Die Gemündener Stiftskirche

Die Gemündener Stiftskirche wurde am 9. November 879 von Erzbischof Bertolf von Trier in Anwesenheit von König Ludwig III. (Urenkel Karls des Großen) geweiht. Die Weihe erfolgte zum Lobe Gottes, seiner heiligsten Mutter der Jungfrau Maria, des hl. Kreuzes, des hl. Apostel Petrus und des hl. Bekenners Severus.

Der Stifter – ein Vorfahr König Konrad I.

Der Stifter der Kirche war Graf Gebhard, der Gaugraf des Niederlahngaues. Sein Geschlecht, die Konradiner, gehörte zu einer der bedeutendsten Familien des karolingischen Hochadels. Gebhards Urenkel war der deutsche König Konrad I (911–918).

Die Stiftskirche war Mittelpunkt eines gleichzeitig gegründeten Kollegiatstiftes, in welches Graf Gebhard selbst eintrat. Die Lebensform der Stiftsherren unterschied sich zunächst kaum von denen der Mönche, abgesehen von der fehlenden Zugehörigkeit zu einem Orden. Nach dem 10. Jahrhundert wohnten die Kanoniker jedoch in Stiftshäusern.

Kanoniker hatten vielfältige Aufgaben

Neben dem Hochaltar im Chor sind im Mittelalter acht weitere Altäre nachweisbar, die durch Stiftungen und Vermächtnisse unterschiedlich mit Naturalien und Geld dotiert waren. Die Kanoniker waren dort zum Altardienst sowie zu regelmäßigen klösterlichen Gebetszeiten und zu den Gottesdiensten in der Stiftskirche verpflichtet, aber auch in den anderen Kirchen, die zum St. Severus Stift gehörten.

Nach dem Aussterben der Konradiner, war das Stift rund 300 Jahre reichsunmittelbar, d. h. der Kaiser selbst bestimmte den Propst. Dieses Recht und auch die Vergabe der einzelnen Kanonikate ging später an die Vögte des Stifts, zunächst an die Herren von Runkel und Westerburg, später die Grafen von Leiningen-Westerburg über. Danach begann der langsame Niedergang des Stiftes.

Am 18. September 1566 befahl Graf Reinhard II dem Propst und Gemeindepfarrer von Gemünden das Augsburgische Bekenntnis einzuführen. Von 1628–1631 kam es zu einer kurzen Gegenreformation. Seit dieser Zeit ist die ehemalige Stiftskirche evangelische Pfarrkirche.

Die Baugeschichte der Stiftskirche

Die Stiftskirche wurde als flachgedeckte, dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit Querhaus und quadratischem Chor erbaut. Die bisherige Meinung, wonach die heutige Kirche als einheitlicher Neubau um 1100 erbaut wurde, kann auf Grund von archäologischen Grabungen und Forschungen von Dr. Markus Wild widersprochen werden. Vielmehr gehören wesentliche Teile des heutigen Baues noch der Kirche von 879 an. Unter dem erhöhten Chor war ein von außen zugänglicher Grabraum. Die um ein Joch längere Kirche hatte im Westen einen Mittelturm. Zum Ende des 13. Jahrhunderts erfolgte die Errichtung des heutigen Westwerkes mit zwei geplanten Türmen, von denen jedoch nur der Nordturm vollendet wurde.

Brand beschädigt Teile der Kirche

Zwischen 1430–1440 wurden das nördliche Seitenschiff und das Querhaus durch einen Brand beschädigt. 1502 erhält der Koblenzer Steinmetz Thies den Auftrag die Wand zum Mittelschiff hin zu erneuern und durch drei hohe Spitzbogenarkaden zum Mittelschiff hin zu öffnen. Das nördliche Seitenschiff wurde zudem eingewölbt und die Rippen rot eingefärbt. Da die Außenwand nicht erwähnt wird, sind die Seitenschiffe wohl schon früher verbreitert worden.

1876 gotisierender Umbau der Kirche

1531/32 erhält der Chor ein gotisches Gewölbe. 1681–82 wird in das Mittelschiff eine hölzerne Tonne eingebaut. Etwa 1876 erfolgt ein gotisierender Umbau der Kirche wobei vor allem zwei Pfeiler der südlichen Arkadenwand herausgebrochen und mit größeren Bogen überspannt werden. Dieser Eingriff in die Bausubstanz macht von 1971–74 eine große statische Sicherung und Renovierung der Kirche erforderlich. Die beiden romanischen Pfeiler wurden wieder ergänzt, die Holztonne im Mittelschiff mit dem unterlegten Holzgewölbe sowie das Gewölbe im Chor wurden entfernt, ebenso die Westemporen rechst und links neben der Orgel sowie die darunter liegenden Stühle.

Die vorgenommenen Maßnahmen lassen den romanischen Charakter der Kirche mit seinen steilen Proportionen wieder stärker hervortreten. Zudem wurden bedeutende Reste romanischer, gotischer und barocker Malerei freigelegt.

2012 – Arbeiten an der Decke

Am 6. April 2012 berichtete Sabine Hammann-Gonschorek, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Westerwald, über Renovierungsarbeiten an der Decke der Stiftskirche von Gemünden. Im Folgenden ein Auszug.

Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten

Das über 1100 Jahre alte Gemündener Wahrzeichen war Ende vergangenen Jahres aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. „Eine Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten‘, erklärt Gemündens Pfarrer Dr. Axel Wengenroth. Bei einer Besichtigung der Kirche durch einen Architekten der Regionalen Baubetreuung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) war nur durch Zufall aufgefallen, dass die in den 1970er Jahren eingezogene Holzdecke unsachgemäß – und somit sicherheitsgefährdend – aufgehängt worden war.

Nun wurde die Deckenaufhängung ausgetauscht und die Decke teilweise erneuert. Da durch die Arbeiten ein aufwändiges Gerüst außen und im Innenraum der Kirche nötig wurde, konnten auch weitere Mängel am Dach beseitigt werden. Undichte Stellen wurden neu gedeckt und durch eingedrungenes Wasser faulig gewordene Balken ausgetauscht. Außerdem wurde die Elektrik im Dach neu verlegt und eine Wärmedämmung durch Zelluloseflocken auf der Innendecke aufgebracht. Durch eine extra eingebaute Dachgaube waren die meterlangen neuen Balken und das übrige Baumaterial in den Dachstuhl gebracht worden.

Renovierungsarbeiten günstiger als veranschlagt

„Die ursprüngliche Kostenschätzung für die Renovierung von EUR 253.000 konnte aber auf rund EUR 207.000 reduziert werden“, berichtete Pfarrer Wengenroth. 80 Prozent der Kosten trug die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), 20 Prozent musste die Kirchengemeinde aufbringen.

Weitere Renovierung stand an

Und rund zwei Jahren später stand eine weitere aufwändige Renovierung in der Stiftskirche an. Denn auch im Innenraum gibt es einen Sanierungsstau. Der Putz ist an vielen Stellen lose und muss erneuert werden, die Kirche soll einen neuen Innenanstrich erhalten, außerdem müssen Soundanlage, Beleuchtung und Heizung überprüft und eventuell neu angeschafft werden.

Doch zunächst freute sich Pfarrer Wengenroth 2012 auf die anstehende Wiedereröffnung der Stiftskirche. „Hier haben unsere Vorfahren für viele Jahrhunderte ihre Freude und ihr Leid, ihr Leben und ihr Sterben, vor Gott gebracht, und das gibt unserer Stiftskirche, neben ihrer architektonischen Schönheit, eine Bedeutsamkeit, die sich nicht durch rein vernünftige Überlegungen einfangen lässt. Deshalb wäre es für unsere Konfirmanden sehr unangenehm gewesen, ihre Konfirmation in einer anderen Kirche oder in einem Dorfgemeinschaftshaus feiern zu müssen".

Nach der Wiedereröffnung mit der Konfirmation am 22. April führten die mit der Renovierung beauftragten Zimmerleute noch Restarbeiten aus.

2016 – ein neuer Altar wird eingeweiht

Über den neuen Altar in der Stiftskirche berichtete die Pressesprecherin dann im Oktober 2016. „Älteste Kirche des Westerwaldes hat neuesten Altar“, lautet der Titel des Berichts. Das Evangelische Dekanats Bad Marienberg wusste zu berichten:

Die älteste Kirche des Westerwaldes, die St.-Severus-Stiftskirche in Gemünden, verfügt seit wenigen Tagen über den neuesten Altar. Der Altar und die ebenfalls neuen Prinzipalstücke, wie Taufschale, Lesepult und Osterleuchter, wurden im Erntedankgottesdienst eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Festlicher Gottesdienst mit Gastpfarrer Zink

In dem festlichen Gottesdienst predigte Gastpfarrer Dr. Markus Zink, der Kunstbeauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), vor zahlreichen Gottesdienstbesuchern. Er hob den ungewöhnlichen Weg des Kirchenvorstandes zu dem eigens entworfenen Altar hervor. „Hinter jeder mutigen Entscheidung, wenn sie liebevoll ist, steckt immer Gottes Geist“, sagte Zink.

Ergebnis eines Künstler-Wettbewerbs

Der Kirchenvorstand hatte einen Künstler-Wettbewerb ausgelobt, um in dem Gemündener Wahrzeichen, das durch ständige bauliche Veränderungen in seiner über 1100 Jahre alten Geschichte keiner festen Bauepoche zugeordnet werden kann, einen passenden Altar zu installieren.

Bisher war nur eine hohle Holzkonstruktion aus den 1970er Jahren vorhanden. Durch die umfangreiche Innenrenovierung der Stiftskirche in den Jahren 2014/2015 geriet die unpassende Ausstattung der liturgischen Gegenstände der Kirche wieder in den Fokus. Da der vorhandene Altar und die Predigtstätte laut der Kirchenbaudirektion der EKHN nicht der künstlerischen und historischen Bedeutung der Stiftskirche gerecht wurden, stellte die Landeskirche eine großzügige finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Kosten auf vielen Schultern verteilt

Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf rund EUR 67.000. Sie wurden zur Hälfte von der Landeskirche übernommen. Des Weiteren half ein Zuschuss über EUR 1.500 vom Zentrum Verkündigung der EKHN bei der Finanzierung. Rund EUR 40.000 sind für Innenrenovierung und Altar durch Spenden zusammengekommen.

Auch der Künstler sprach beim Festgottesdienst

Auch Bildhauer Georg Hüter aus Hösbach, der den Künstler-Wettbewerb für sich entschieden hatte, sagte beim Festgottesdienst einige Worte zu seinem Werk. Inspiriert sah er sich durch den Abendmahlstisch auf Leonardo da Vincis Gemälde, weswegen der Altar mit 2,50 m Länge recht groß und rechteckig ist. Obwohl ein Westerwälder Basaltstein und eine schwere Messingplatte verbaut wurden, wirkt der Altar doch durch seine Konstruktion leicht. Der Blick geht hindurch auf das Osterfenster in der Apsis und auf die Taufschale, die in einem gläsernen Schrein in die Altarplatte eingelassen ist.

Als Geschenk des Künstlers hängt nun zusätzlich ein goldglänzendes Kreuz über dem Altar. Hier musste zur Befestigung in acht Meter Höhe die Feuerwehr Höhn mit einer Schiebeleiter aushelfen.

Im Anschluss an den Festgottesdienst, in dem auch der Kirchenchor Gemünden und Willmenrod unter Leitung von Bernhard Diefenthal, der Posaunenchor unter Leitung von Uli Ferger und Valeria Feldmann an der Orgel mitwirkte, waren die Gottesdienstbesucher zu einem Empfang in der Kirche, mit der Möglichkeit den neuen Altar näher zu betrachten, eingeladen. Zuvor übermittelte der stellvertretende Dekan des Evangelischen Dekanats Bad Marienberg, Pfarrer Ulrich Schmidt, den Gruß des Dekanats.

Weitere Grußworte kamen von der Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde Liebfrauen, Dorothee Bausch, Ralf Bossert von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gemünden, Westerburgs Verbandsbürgermeister Gerhard Loos und dem Secker Bürgermeister Johannes Jung.

(Text: Stefan Ferger, Sabine Hammann-Gonschorek (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Westerwald), Fotos: Horst Göbel, Stefan Ferger und Tatjana Steindorf)

Evangelische Christuskirche (Wallmerod)

Seit 125 Jahren kreuzen sich in der kleinen Kirche an der seit Jahrhunderten vielbefahrenen Hohen Straße, der heutigen Bundesstraße 8, in Wallmerod die Wege Gottes mit den Menschen.

Nachdem die alte, zu klein gewordene, auch an der Hohen Straße gelegene Ostermansche Kapelle von 1686 längst baufällig geworden war, wurde auf Betreiben einiger Wallmeroder Bürger unter der Leitung des Vermessungsrevisors Philipp Baldus 1883 das Fundament für eine Kapelle gelegt und am 1. Juni 1885 auf den Namen Maria, Helferin der Christen eingeweiht.

Erste Ausmalung 1890

Diese Kapelle erfuhr 1890 durch den Maler Wittkop aus Limburg und den Dekorateur Rauch aus Erbach bei Camberg eine erste große Ausmalung. Im Chor entstand das Bild „Maria, Hilfe der Christen“. Seit 1909 wurden wöchentlich ein- bis zweimal Messen darin gelesen.

Zum 50jährigen Bestehen renovierte man 1935 die Kapelle vollständig im Inneren. Zwanzig Jahre später wurde das schadhafte Schieferdach erneuert.

Nach dem Bau der großen Kirche „Maria Königin“ verkaufte die katholische Kirchengemeinde Wallmerod am 5. Juni 1965 die nunmehr 80 Jahre alte Kapelle an die evangelischen Christen, die bisher ihre Gottesdienste im Gerichtssaal der Amtsgerichts Wallmerod feiern mussten.

Nach verschiedenen notwendigen Renovierungen, dem Einbau der Orgel und der großen Instandsetzung im Jahr 1985, bei der auch eine elektrische Heizung eingebaut wurde, wurde die seit 1984 „Christuskirche“ heißende Kapelle am 1. Juli 1992 zur Kirche für die evangelische Kirchengemeinde.

Seit 1965 im Besitz evangelischer Wallmeroder Christen

Erbaut 1883-1885 als zweite Kapelle der katholischen Gemeinde, kam sie 1965 in den Besitz der evangelischen Wallmeroder Christen. 1985 wurde sie gründlich innen und außen renoviert. Seit 1992 ist die Christuskirche, wie sie seit 1984 heißt, Treffpunkt der evangelischen Christen aus 23 Dörfern in 19 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Wallmerod. 2011 erfolgte eine weitere Renovierung des Innenraums. 2012 wurde die Orgel generalüberholt.

Pfarrkirche St. Margaretha (Hahn am See)

In der Gemeinde Hahn am See steht die Pfarrkirche St. Margaretha aus dem Jahr 1827.

Sie ist sehenswert und birgt einige wirkliche Schätze. So sind z. B. die beiden Gemälde am Hochaltar (Darstellungen der Heiligen Drei Könige und der Wallfahrt der Heiligen Familie nach Jerusalem) seltene Motive.

Außerdem besitzt die Kirche dank Margaretha Sturm von der Spießmühle in Elbingen (*1795), die es vom Dienstmädchen im Rheinland bis zur Priorin eines Klosters in Rom brachte, einen wahren Reliquienschatz. So finden sich in Hahn nicht nur Partikel vom Kreuze Jesu, vom Kreuz des Petrus und von der Paulussäule, sondern auch Reliquien von den Aposteln und Evangelisten und von den Heiligen Blasius, Katharina, Apollonia und Margaretha. Die Chronik schrieb dazu: „Welche Kirchen besitzen einen solchen Schatz an Reliquien? Die Kirche von Hahn ist geeignet, zu einem Wallfahrtsort zu werden.“

Zur Kirchengemeinde Hahn am See gehören die Orte Elbingen und Mähren.

Die Pfarrkirche St. Goar von 1726 (Hundsangen)

Die barocke Pfarrkirche St. Goar, dessen Schutzpatron ein Heiliger vom Mittelrhein ist, wurde zwischen 1722 und 1726 erbaut und 1971 erweitert. Der romanische Kirchturm stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert.

Sie war früher großzügig und einheitlich mit Bildwerken der Hadamarer Schule (um 1730) ausgestattet. Diese gingen jedoch bei Umbaumaßnahmen im Jahr 1967 verloren.

Auf dem Friedhof Hundsangens wurde ein römisches Medaillon gefunden. Es befindet sich heute in der Sammlung Nassauischer Altertümer in Wiesbaden.

Die Hadamarer Schule

In den anderthalb Jahrhunderten nach dem Dreißigjährigen Krieg hatte sich das Land langsam erholt. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts waren die materiellen Grundlagen zur Anschaffung von Kulturgütern erwirtschaftet. Auf kirchlichen Gebieten konnte man nun, nach den Reparaturen nach 1648, an größere Vorhaben herantreten: Neubauten von Pfarrkirchen, Kapellen, Pfarrhäusern oder wenigstens Neugestaltungen bestehender, zumeist gotischer Kirchen.

Diese wirtschaftliche Grundlage ermöglichte die Bildung der kurzlebigen, der sogenannten „Hadamarer Schule“. Schreiner, Bildhauer, Maler, Vergolder und andere Handwerker standen in Hadamar bereit, als es galt, Aufträge von Adeligen, Klöstern oder Pfarreien durchzuführen.

St. Johannes und die Kapelle auf dem Rothenberg (Guckheim)

St. Johannes

St. Johannes zeigt ein junges Gesicht der Kirche, steckt voller Liebe zum Ort und sollte nicht nur zur Durchfahrt, sondern auch mal zu einem Halt genutzt werden.

St. Johannes (Foto von Guckheim aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Kapelle auf dem Rothenberg

Für die Kapelle auf dem Rothenberg konnte im Frühjahr 2015 dank der Arbeit des „Vereins der Freunde und Förderer der Kapelle auf dem Rothenberg“ und zahlreicher Spenden eine neue Orgel angeschafft werden. In einer feierlichen Andacht mit vielen Gästen segnete Pfr. Anton Jonietz die Orgel und übergab sie ihrer Bestimmung. Im Anschluss daran präsentierte Organist Thomas Dasbach, der sich in besonderem Maße um die Auswahl und Anschaffung der neuen Orgel bemüht hat, das breite Spektrum dieser digitalen Johannus-Orgel.

Kapelle auf dem Rothenberg (Foto von Guckheim aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Kapelle St. Josef (Mähren)

Wenn man den Radfahr- und Wanderweg von Westerburg nach Wallmerod unmittelbar vor der Ortschaft Mähren verlässt und der neu gestalteten Dorfstraße (Brückenstraße) Richtung Herschbach folgt, sieht man rechter Hand die St. Josef Kapelle.

Hoch aufragend grüßt sie den Wanderer, der der Dorfstraße weiter über den Kälberbach folgt und sich auf diesem Wege dem Gotteshaus nähert.

Interessantes bauliches Detail

Die Geschichte des Gebäudes ist schnell erzählt: Das Vorgängergebäude stammt aus dem Jahre 1894. Es umfasste etwa zwei Drittel des heutigen Gotteshauses und hatte einen Glockenturm in Form eines Dachreiters.

Dieses Gebäude hatte seinerseits einen Vorgänger, von dem es eine Zeichnung aus dem Jahre 1870 gibt. Interessant ist, dass die erste Kapelle in Ost-West-Richtung ausgerichtet war mit dem Altar nach Westen. Die zweite Kapelle wurde also gedreht und zwar in Nord-Süd Richtung mit dem Altar nach Süden. Auf besagter Zeichnung ist an der Außenwand links neben dem Eingang ein Kreuz mit einem Kruzifix zu sehen, das auch an der Außenwand der zweiten Kapelle hing und heute im Innenraum über dem Tabernakel angebracht ist.

St. Margaretha (Herschbach)

Die Christen in Herschbach sind stolz auf ihre katholische Kirche St. Margaretha, deren Bau mit großer Eigeninitiative verwirklicht wurde.

Das moderne Gotteshaus füllte sich seit seinem Bestehen sehr schnell mit kirchlichem Leben für alle Altersstrukturen, was die Bedürfnisse einer recht jungen Kirche widerspiegelte.

Aktive Gruppen wie z. B. Messdiener, Familienkreis, Erwachsenbildung und Senioren prägen noch heute das Bild der Gemeinde.

Mariä Heimsuchung und Alte Pfarrkirche auf dem Schönberg (Kölbingen)

Mariä Heimsuchung

Das Zentrum der Kirchengemeinde Kölbingen ist die Pfarrkirche „Mariä Heimsuchung“ in Kölbingen. Sie wurde 1960 erbaut und bietet 650 Sitzplätze. Sie ist damit die größte Kirche in der Pfarrei. Daneben befinden sich das Pfarrheim mit der katholischen öffentlichen Bücherei und das Pfarrhaus.

Alte Pfarrkirche auf dem Schönberg

Die „Alte Pfarrkirche auf dem Schönberg“ aus dem Jahre 1494 war einst der Mittelpunkt des sogennannten Oberkirchspiels von Salz. Sie ist ein gotisches Kleinod, in dem im Sommerhalbjahr regelmäßige Gottesdienste gehalten werden und das bei Brautleuten für die Feier der kirchlichen Hochzeit sehr beliebt ist.

Herz-Jesu-Kirche und St. Sebastianskapelle (Langenhahn)

Herz-Jesu-Kirche

Schon weithin an der B255 erkennbar, ist die Kirche Herz-Jesu aus heimischem Basalt gebaut. Die Kirche wurde in den Jahren 1922–1924 im neobarocken Stil errichtet.

1960 und 1974 fanden Renovierungsarbeiten in der Kirche statt. Zusätzlich erhielt die Kirche im Jahr 1974 eine neue Wagenbach-Orgel. Im Zeitraum 1997/98 wurde die Innengestaltung der Kirche, nach alten Vorlagen, dem Ursprungszustand von 1924 nachempfunden. Ebenso fand eine umfangreiche Dach-, Fenster- und Heizungssanierung auch am angebauten Pfarrhaus statt.

St. Sebastianskapelle

Auf dem Friedhof befindet sich die St. Sebastianskapelle. Diese wird erstmalig im 14. Jahrhundert erwähnt. Zum Dank für die überstandene Pest, errichteten Gläubige einen Bildstock zu Ehren des hl. Sebastian. Viele An- und Umbauten führten zum heutigen Erscheinungsbild der Kapelle. Aktuell dient sie als Aufbahrungsort für unsere Verstorbenen.

Der hl. Sebastian wird auch heute noch als Ortspatron von Langenhahn verehrt. So ist der „Bästjesdaach“ am 20. Januar (Gedenktag des hl. Sebastian) nach wie vor ein ganz besonderer Tag für die Gläubigen in Langenhahn.

St. Martin (Rotenhain)

Rotenhain ist ein geheimnisvoller, alter Kirchort. Keiner weiß so richtig, seit wann hier eine Kirche steht. Fest steht, dass es die Kirche bereits lange Zeit gab, bevor sie im Jahr 1289 erstmals urkundlich als Pfarrkirche erwähnt wurde.

Viele Generationen haben an ihr ihre Spuren hinterlassen. Immer wieder wurde sie umgebaut und erweitert. Einem bestimmten Baustil kann das heutige Gebäude deshalb nicht zugeordnet werden.

Die Welt vereinigt sich in einem eindrucksvollen Mosauik

Heute prägt den mit einer Flachtonne überwölbten Saalbau ein ausdrucksvolles Mosaik in der weiten Apsis hinter dem Altar mit dem Auferstandenen Jesus Christus, den Emmausjüngern und der Ostersonne: „Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Die Steine des Mosaiks stammen aus den verschiedensten Ländern: von Brasilien bis Sibirien, vor allem aber aus Italien.

Daneben finden sich weitere moderne Kunstwerke, wie die Madonna, sowie etliche Reste der barocken Ausstattung der Kirche: Taufbecken, Weihwasserbecken, Beichtstuhl, Grabplatte eines Priesters, verschiedene Engelsfiguren, Figuren des auferstandenen Jesus, des Christophorus und nicht zuletzt des St. Martin als Bischof mit Bibel und Gans.

Herz-Jesu (Rothenbach)

Rothenbach besitzt eine große, neuzeitliche Kirche die dem Namen „Herz Jesu“ geweiht wurde.

Kapelle St. Leonhard (Weltersburg)

An der Kreuzung der Straßen von Salz nach Guckheim und von Herschbach nach Weltersburg, in der Gemarkung Weltersburg stand schon 1425 das „Helligen-Haus Sankt Leonhards“. Diese wohl kleine Kapelle wurde 1748 durch einen Neubau ersetzt.

Die zweite Kapelle wurde aus unbekannten Gründen 1824 abgerissen. Seit dieser Zeit bemühte man sich um einen Neubau, was erst 1863 durch eine Grundsteinlegung gelungen ist. Fertiggestellt und eingeweiht wurde diese Kapelle am 21. September 1865.

Die katholische Pfarrkirche Christkönig (Westerburg)

„Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels!" (Gen 28,17) – wieviel mehr gilt dieser Einleitungssatz der Festpredigt zur Kirchenkonsekration am 25. August 1963 durch Weihbischof Kampe heute der Christkönigspfarrkirche nach abgeschlossener Innenrenovierung und Chorraumgestaltung.

Schon der Aufstieg zum Kirchberg und über 18 Stufen zur Kirche ist ein „Erhebet die Herzen!“, betont und weitergeführt durch den naturstein­verblendeten Stahlbetonturm (30 m hoch), in den nach ihrer Weihe am 22. Dezember 1963 vier Brinzeglocken, harmonisiert dem dreistimmigen Geläute der evangelischen Schloßkirche, ihre Aufnahme fanden, hinter modernsten Tropenholzjalousien, härter als Eiche, zur Erzeugung angenehmer und weittragender Glockenmusik.

Liebfrauenkirche (Westerburg)

Die Kirche „Unserer Lieben Frau vom Reichenstein“ (Liebfrauenkirche) ist eine katholische Wallfahrtskirche auf dem Berg Reichenstein (auch Reichenscheid) bei Westerburg. Der Ort der Kirche war bereits im Mittelalter das Ziel zahlreicher Wallfahrten. Von 1925 bis 1964 war die Kirche zugleich Pfarrkirche für Westerburg.

Die Liebfrauenkirche ist eine neugotische, dreischiffige Anlage, wobei die beiden Seitenschiffe, etwas niedriger als das Hauptschiff, nur bis zum Chorbereich vorgezogen sind.

  Film ab: WällerLand – schon bekannt?

Das Meudter Rathaus aus dem Jahr 1596

Das Meudter Rathaus wurde im Jahr 1596 erbaut. Es ist eines der ältesten und schönsten des Westerwaldes. Sein Fachwerk ist dem mitteldeutschen oder fränkisch-hessischen Stil zuzuordnen. Dazu gehört die enge Ständerstellung. Ständer sind die senkrecht stehenden Balken, die der Lastabtragung dienen – die Ständer des Erdgeschosses liegen unter Putz. Die Streben verlaufen von rechts unten nach links oben innerhalb eines Fachs und umgekehrt. Besonders beeindruckend an diesem Bauwerk sind die nasenbesetzten Zierstreben über der Jahresanzeige der Erbauung und dem Haupteingang, sowie über den Fenstern und an den Seiten.

Zwerchhäuser – vom Nutzbau zum charakteristischen Architekturelement

Das Zwerchhaus steht in der Flucht der Gebäude-Außenwand. Sein First verläuft im Gegensatz zur Gaube quer („zwerch“) zum Dachfirst des Hauptdachs. Zwerchhäuser wurden bereits in den Städten des späten Mittelalters gebaut, um zusätzliche Speicher bzw. Wohnflächen zu gewinnen. Sie entwickelten sich zu einem charakteristischen Architekturelement für repräsentative Bauten der deutschen Renaissance.

Die Fachwerkbauten des hessisch-fränkischen Gebietes spiegeln Wohlhaben und gediegene Lebenslust wider. Trotz der Vielfalt in den unterschiedlichen Stilrichtungen ist der Wandaufbau weitgehend gleich. Über die Baugeschichte des Meudter Rathauses finden sich leider keine schriftlichen Quellen, lediglich das Jahr seiner Fertigstellung ist auf einer kunstvoll geschnitzten Holztafel rechts neben dem Haupteingang zu erkennen: Anno Dom(ini) 1596.

Der Prachtbau betonte die herausragende Stellung des Ortes

Welchem Zweck das prächtige Gebäude ursprünglich diente ergibt sich aus der Bedeutung, welche dem Dorf im Lauf der Jahrhunderte zugewachsen ist. Seit dem hohen Mittelalter befand sich hier die bedeutendste Pfarrei unter den vier Westerwälder Kirchspielen Hundsangen, Nentershausen, Salz und Meudt. Neben der Hauptkirche St. Peter Thronerhebung gab es seit dem 15. Jahrhundert die Gangolfuskirche als sogenannte „Frühmesserkirche“ mit eigenem Kaplan. Unter den drei Herrschaften Isenburg-Grenzau, Isenburg-Wied und Diez wurde am Sitz des Landgerichts Recht gesprochen („Meudter Weistum“ von 1513). Im Jahr 1471 wird zum ersten Mal ein Schultheiß für Meudt als Gerichtsbeamter erwähnt. Seit 1532 gibt es den Meudter Markt. Die herausragende Stellung des Ortes fand ihren architektonischen Ausdruck in dem Prachtbau des Rathauses.

Mitte der 60er Jahre wurde die äußere Fassade restauriert, der Putz abgetragen, das herrliche Fachwerk freigelegt und nach den Vorstellungen des Konservators neu gestaltet.

Sitz des Ortsbürgermeisters

In der jüngeren Vergangenheit „residierte“ hier der Ortsbürgermeister mit Vorzimmer-Dame, Sitzungssaal und einem eigenen Büro für den „Gemeinde-Rechner“. Die Amtsräume befanden sich im ersten Obergeschoss. Das Zwerchhaus und das rechte Untergeschoss dienten als Mietwohnungen, im linken Untergeschoss befand sich bis in die unmittelbare Nachkriegszeit der Kindergarten. Seit der Einrichtung der Verbandsgemeinde Wallmerod entfiel das Assistenz-Personal des Ortsbürgermeisters. Mit dem Bau der komfortablen Gemeindehalle verlegte dieser seinen Amtssitz dorthin. Inzwischen wurde auch das Innere des Rathauses für ein Speiselokal der gehobenen Klasse völlig neu gestaltet.

Vor der Restaurierung stellte sich die Fassade völlig anders dar: Der Eingang zu den Räumen im Erdgeschoss führte durch einen hohen und breiten Torbogen. Einst diente er vermutlich als Durchfahrt und Mautstelle für Fuhrwerke. Auf der gegenüber liegenden Seite sind noch heute (auf dem Speicher des später angebauten Wohnhauses) die Reste der „Ausfahrt“ zu erkennen. Daraus entwickelte sich die inzwischen widerlegte Theorie, dass der Name Meudt von dem Begriff „Maut“ abgeleitet werden könnte.

Das Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde Wallmerod

Das Verwaltungsgebäude der VG Wallmerod wurde um 1830 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.

Ab Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Wallmerod zum Herzogtum Nassau, dessen leitender Minister ab 1834 Carl Wilderich Graf von Walderdorff aus Molsberg war.

Möglicherweise durch seinen Einfluss wurde 1831 veranlasst, dass das bisherige Amt Meudt, welches seinen Sitz in Montabaur hatte (da in Meudt kein geeignetes Gebäude zur Verfügung stand), nach Wallmerod verlegt wurde und von da an Amt Wallmerod hieß.

Wallmerod bekam ein Amtsgericht, eine Amtsapotheke und ein Gefängnis.

Als 1866 der Herzog Adolf von Nassau als Bundesgenosse von Österreich sein Herzogtum an Preußen verlor, wurde die Verwaltung der preußischen angeglichen. Das bisherige Herzoglich Nassauische Amt wurde in Königliches Preußisches Amt umbenannt.

Von 1867 an gehörte dann Wallmerod, zusammen mit Montabaur und Selters zum Unterwesterwaldkreis.

Das Amtsgericht bestand noch bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Seit 1972 Sitz der VG Wallmerod

Seit der Kommunalreform 1972 ist Wallmerod Sitz der Verbandsgemeinde Wallmerod und gehört heute zum Westerwaldkreis.

Vor dem Verwaltungsgebäude steht ein Brunnen mit den Namen der 21 verbandsangehörigen Ortsgemeinden, obendrauf thront der Nassauische Löwe. Im ehemaligen Forsthaus neben der Verbandsgemeindeverwaltung sind heute Lager und Verwaltung der VG-Werke untergebracht.

Ehemaliges Forsthaus der Verbandsgemeinde

Aus dem Gefängnis wird das Trauzimmer

Das Erdgeschoss des ehemaligen Gefängnisses wurde 2014 zum Teil für das neue Trauzimmer umgebaut. Außerdem befinden sich heute auf gleicher Ebene die Büroräume einer Notarkanzlei.

Ehemaliges Gefängnis und heutiges Standesamt

Das Dachgeschoss wurde aufwendig restauriert und beherbergt seit Mai 1999 die Ausstellung Faszination Afghanistan.

Seit 2007 gehören die Exponate der neu gegründeten Mamier-Kulturstiftung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Völkerverständigung und den interkulturellen Dialog zu fördern.

Das Wasserschloss Neuroth in Bilkheim

Das Wasserschloss Neuroth in Bilkheim liegt mit dem angrenzenden Hofgut, umrahmt von hohen Bäumen, am Rande des Dorfes. Das Barockschlösschen ist im 17. Jahrhundert von den Brambachern erbaut worden und repräsentiert eine jahrhundertelange Adelsgeschichte und die damit verbundene Historie des Dorfes.

Zwar befindet es sich in Privatbesitz, bietet aber eine Augenweide für jeden Spaziergänger. Die Nassauischen Annalen berichten, dass das Anwesen im Jahr 1687 für 13.000 Rheinische Gulden von Wilhelm Reinhard von Walderdorff erworben wurde. Einige Quellen jedoch erzählen von einem Besitzerwechsel bereits im Jahre 1682. Das Wasserschloss ist das einzige seiner Art im Westerwaldkreis und diente lange Zeit als Witwensitz der Grafen Walderdorff, die auf dem in Blickweite gelegenen Stammschloss Molsberg residierten.

Schloss und Schlosspark Molsberg

Durch die Schlossallee, vorbei an einem historischen Pavillon und dem restaurierten Renteigebäude, grüßt auf einem Basaltplateau Schloss Molsberg weit ins Land. Der um 1760 von Johann Philipp von Walderdorff, Trierer Erzbischof und Kurfürst (1756 bis 1768), errichtete Barockbau ist bis heute Wohnsitz der Grafenfamilien von Walderdorff.

Johann Philipp errichtete das Schloss an der Stelle einer Burg, die schon im 11. Jahrhundert stand. Der 1760 begonnene Bau des Schlosses endete 1766 aufgrund des plötzlichen Todes des Bauherrn. Das Gebäude ist bis heute ein Torso geblieben. Geplant war eine hufeisenförmige Anlage mit fünfachsigem Mittelbau. Ausgeführt wurden aber nur der linke Teil vom Mittelbau und der anschließende Seitenflügel. Ein aus uralten Baumbeständen bestehender Park und eine Kapelle vervollständigen die Schlossanlage.

Ein Schlosspark mit außergewöhnlichen Baumriesen

Der Gang durch den sieben Hektar großen Schlosspark, der im Jahr 2004 seinen 200. Geburtstag feierte, offenbart die Heimat von alten Baumriesen, die zum Teil noch aus der Erbauungszeit des Schlosses um 1760/70 stammen.

Noch viel älter ist dagegen die mittlerweile unter Schutz stehende Eiche am Rand des Parks. Schlossherr Emanuel Graf von Walderdorff schätzt das Alter des knorrigen Baumes auf mindestens 400 Jahre. Außerdem sind dort interessante Arten wie Mammutbaum, Gelbe Adlerschwingen-Eibe, Blaue Adel-Tanne, Ginkgo, Essigbaum und auch viele Neupflanzungen, die mittlerweile um weitere Bäume und Sträucher ergänzt wurden, zu finden.

Alte Strukturen, wie die Hauptsichtachsen, gewundene Wege, wertvolle Laub- und Nadelgehölze und ein von alten Eichen gerahmter Parkweiher wurden bei der behutsamen Wiederherstellung freigelegt. Der Schlossgarten ist von Frühjahr bis Herbst öffentlich zugänglich.

Mehr Informationen gibt es hier:

Schloss Molsberg – Graf Wilderich von Walderdorff
Schlossstraße 14
56414 Molsberg

  Film ab: WällerLand – schon bekannt?

„Alter Hochbehälter“ in Steinefrenz – traumhafter 360° Rundumblick

Das in einem „lieblichen Tale“ gelegene mehr als 1000 Jahre alte Steinefrenz bietet auf dem Kölsberg mit dem „Alten Hochbehälter“ einen phantastischen Rundumblick über den unteren Westerwald, den Naturpark Nassau, den Köppel, zum hohen Westerwald, über das Limburger Umland bis hin zum Feldberg im Taunus.

Der Hochbehälter (Wasserspeicherreservoir der Wasserversorgung) wurde Anfang der 60er- Jahre gebaut. Um 2000 wurde dieser wieder außer Betrieb genommen, da die Speicherkapazität des „Alten Hochbehälters“ zu klein war. Ein neuer Hochbehälter stellt nun die Wasserversorgung sicher.

Nach der Aufgabe des „Alten Hochbehälters“ entwickelte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und mit vielen ehrenamtlichen Helfern ein Konzept zur Nachnutzung.

Der Aussichtspunkt sollte der Allgemeinheit erhalten bleiben. Es entwickelte sich ein Kleinod, das mit Bänken und einem Pavillon zum Verweilen einlädt. Spaziergänger und Wanderer aus Nah und Fern nutzen den Ort zur Rast und genießen den Blick auf die herrlichen Landschaften.

Besonders zu erwähnen ist, dass der Aussichtspunkt von den ehrenamtlichen Helfern durch Holzarbeiten und Schnitzereien wunderbar verziert wurde und weiterhin gepflegt wird.