Eisenbahnfreunde weihen Museumszimmer ein

Die Westerburger „Museumsmeile” ist um eine Attraktion reicher. In einer kleinen Feierstunde wurde das neue Museumszimmer der Westerwälder Eisenbahnfreunde seiner Bestimmung übergeben. Damit ist es für die Öffentlichkeit zur Besichtigung frei gegeben.

Und man sah es dem Vorsitzenden der Westerwälder Eisenbahnfreunde Stefan Keßler im Gesicht an, wie zufrieden er mit dem Werk war, das sich aus finanziellen Gründen und aus Gründen der „Manpower” über viele Jahre hinweg zog. Doch letztendlich ist das Werk vollendet und toll geworden.

Gäste, die maßgeblich beteiligt waren

Für diesen feierlichen Akt hat sich der Verein nun Protagonisten eingeladen, die maßgeblich am Werk und in diesem Fall am Museumsraum beteiligt waren. Darunter Verbandsbürgermeister Gerhard Loos, der bei der Gründung des Vereines maßgeblich beteiligt war und die Idee eines Eisenbahnvereins mehr als unterstützte. „Ohne sie wären wir heute nicht hier", so Stefan Keßler in Richtung Gerhard Loos.

Ein weiterer Ehrengast, ohne dessen Wirken der Verein nicht in dieser Form dastehen würde wie er es heute macht, ist der ehemalige Amtsrichter Hans Helmut Strüder, der ebenfalls in diesem Kreis begrüßt wurde. Ein weiterer Ehrengast ist maßgeblich an der Ausstattung des Museumsraums beteiligt.

Ein großer Eisenbahnfan und Spender

Mit viel Beifall wurde Helmut Kalewe aus Limburg-Eschhofen begrüßt, der seine eigene Eisenbahnsammlung auflöste und nun dem Westerburger Verein zur Verfügung stellte. Und bei Helmut Kalewe wird es klar warum er Eisenbahnsachen sammelt, geht man in seine Familienhistorie ein.

„Ich war Lokführer, mein Vater war Lokführer und mein Großvater war Weichenwärter zu Preußens Zeiten”, erzählt der Mann aus Eschhofen. Er hat Zeit seines Lebens gesammelt. Alles das, was mit der Bahn zu tun hat. Darunter Teile von Eisenbahneruniformen, Werkzeuge, Geschwindigkeits- und Lokschilder und vieles, vieles mehr. Den größten Teil seiner Sammlung ist nun in Westerburg zu bewundern, wäre aber beinahe in Limburg gelandet. „Doch die wollten die nicht haben. Jetzt bin ich froh das alles hier ist.”

Doch so ganz stimmt das mit dem „alles” nicht. Denn noch hat er einen Teil seiner Sammlung zuhause. „Originale, alte Fabrik- und Nummernschilder”, von denen sich der Mann aus dem Limburger Stadtteil nicht trennen konnte.

Als einen der letzten wurde in diesem Kreis mit Andreas Böttger ein Mann begrüßt, der maßgeblich die Fäden für den Verein in der Hand hielt und den Umbau des Raums zu einem Museumsraum koordinierte. Er übernahm die Aufgabe und erinnerte in einer kurzen Bilderrückschau an die Anfänge als der Raum noch im Rahmen eines ersten Planes an die Modelleisenbahngruppe des Vereins gehen sollte.

Baumaßnahmen dokumentiert

Mit eindrucksvollen Bildern wurden die Baumaßnahmen und der lange Weg von einer „Räuberhöhle” zu einem Ausstellungsraum dokumentiert. Der ältestes Bereich des Lokschuppens wurde bereits zu Zeiten der Deutschen Bahn AG dem Verfall preisgegeben. Besonders die ehemaligen Sozialräume waren sehr heruntergekommen und wegen der fehlenden Fenster von der Witterung bereits stark gezeichnet.

Nach dem Kauf durch die Eisenbahnfreunde wurde damit gebonnen, die marode Bausubstanz provisorisch zu sichern. Hier der Einbau einer Treppe im Jahr 2012. Bis dahin wurde der Raum nur über eine große Leiter erreicht. Weiter das erste Fenster und die Isolierungsmaßnahmen. Am Ende wurde es ein schmucker Raum mit Vitrinen die man im Internet entdeckte und selbst in drei Transporten in Frankfurt geholt wurden. Auf eine kleine Nische machte dann Andreas Böttger noch aufmerksam. In dieser sind alle Eisenbahnen im Modell H0, Maßstab 1:87, zu bewundern die im Original einst in Westerburg ihren Dienst leisteten und hier gefahren sind. Man wollte an und für sich die Originale ausstellen „doch wir waren 25 Jahre zu spät, es gab nichts mehr. Da haben wir das Thema 1:87 verwirklicht.”

Einige der Ausstellungsstücke 

Am Ende übernahm noch einmal Stefan Keßler das Wort, um einige der Ausstellungsstücke explizit vorzustellen. Darunter eine Uniformmütze aus dem Jahr 1926 und auch das älteste Ausstellungsstück, ein Schienenstück aus dem Jahr 1861. Ganz am Ende dankte Gerhard Loos für die Einladung der den Westerwälder Eisenbahnfreunden ein Lob aussprach.

„Mit diesem Ausstellungsraum wird die Stadt ein Stück attraktiver.” Besonders gelobt wurden die vielen Arbeitsstunden und der finanzielle Aufwand des Vereins „und das ganze ohne öffentliche Fördermittel” . Am Ende wurde aber nicht nur der neue Museumsraum sondern, bei einem kleinen Rundgang, auch noch das ein oder andere Neue auf dem Museumsgelände begutachtet.

Weitere Termine beim Westerburger Lokschuppen

Hier wurde auf den nächsten Termin am 5. Mai hingewiesen. Dann findet ab 11 Uhr die Modellbörse statt. Bei geeignetem Wetter wird dann auch das neueste Projekt des Vereins vorgestellt. Dann soll das „7 ½ Zoll” Projekt vorgestellt werden. An diesem Tag soll eine englische Dampflok des neuen Vereinsmitgliedes Nigel Dorrington unter Dampf gesetzt werden und an Stelle der vereinseigenen Kleinbahn Kinder im Kreis fahren. 

(Fotos und Text: Klaus-Dieter Häring)

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