Nina Ogot teilt ihr musikalisches Zuhause mit begeisterten Zuhörern

November 2019 – Afrikanisches Feeling und der harmonische Zusammenklang von 14 Musikern, die wie eine große Freundesgruppe auf der Bühne zusammenwirkten, das hat das Publikum in der Alten Schmiede im Stöffel-Park zum Tanzen und Mitgrooven bewegt.

Im Mittelpunkt stand Nina Ogot, die Sängerin, Gitarristin und Songwriter ist. 2019 wurde sie von der „Treasures of Kenya Initiative“ als Botschafterin kenianischer Musik gewählt. Denn sie verbindet traditionelle Musik mit neuen Ausdrucksformen und internationalen Einflüssen. Um diese einem größeren Publikum bekannt zu machen, hat die Initiative die Produktion ihrer neuen CD „DALA“ gemanagt. (Mehr Infos: www.treasuresofkenya.org).

„Dala“, das heißt „Zuhause“ in der Sprache des Luo-Stammes. Und das steht bei Nina Ogot für die Liebe und Wärme ihres Landes und ihrer Eltern, die sie mit sich trägt. Gewidmet ist das Album ihrer Familie. So ist es auch auf ihrer CD nachzulesen, wo die originalsprachlichen Lyrics und Stichworte zu deren Inhalt zu finden sind. „Dala“ passt zu dem Motto des diesjährigen Kultursommers RLP „Heimat(en)“. Das war natürlich Zufall, zeigt aber, wie sehr das Thema Menschen in aller Welt beschäftigt.

Die Westerwälder hatten Glück: Zwischen Braunschweig und Köln legten die Musiker einen Auftritt in Enspel ein. Mehr Publikum wäre hier zwar wünschenswert gewesen, doch die Stimmung hätte nicht besser sein können.

Musik zum Mitschwingen

Viele konnten das glückliche Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, so sehr wirkte die sonnige Sprache von Ogots Musik. Vorausschauend waren nur  Stehtische in der Schmiede aufgestellt worden und einige Stühle standen am Rand. Denn die Musik drang durchs Ohr in den Körper, wo sie einfach weiterschwangen und sich in Bewegung fortsetze.

Die warme Stimme von Nina Ogot, die in Suaheli, Luo und Englisch singt, verband sich mit dem Klang der Instrumente, von denen zwischendurch immer wieder ein hervorragendes Solo zu hören war: von den Bläsern (Saxofone, Posaune oder Trompete) ebenso von der Rhythmusabteilung (beispielsweise Izo Anyanga an den Trommeln) oder am Keyboard…  Ogot sang von großen Persönlichkeiten und Helden ihres Landes, von Liebe, Freundschaft und von Menschen, die mutig genug sind, ihren eigenen Weg zu gehen, aber auch von „Mama“.  

Vorfreude auf Würzburg

Insbesondere dankte Nina Ogot Norbert Nettekoven, der Co-Produzent der CD ist, und den deutschen Musikern an ihrer Seite. Unter ihnen ist auch Fabio Nettekoven, der im Stöffel-Park bereits mit Richard Bargel („Family Business“) auftrat und internationale musikalische Zusammenarbeit schätzt. „Wir haben die CD vor einigen Wochen in Kenia herausgebracht“, erzählte Norbert Nettekoven (Vorstand von Teasures of Kenya) und meinte: „Mich interessiert die Interaktion.“

Zwei Backgroundsängerinnen, die bei der Vorstellung mitwirkten, haben sie spontan mit nach Deutschland genommen. „Sie gehören einfach dazu.“ „ Nina ist der Chef“, machte Norbert Nettekoven klar. Für ihn sei sie wie eine Tochter, und er schwärmte von den Persönlichkeiten der Kenianer.

Stolz verwies er darauf, dass Nina Ogot und ihre Band für das Afrika Festival in Würzburg, das dort jährlich stattfindet, angefragt worden sind. Sie werden am 31. Mai auf der Hauptbühne auftreten.

Mehr zu Zu Nina Ogot: www.ninaogot.com

(Text und Fotos: Tatjana Steindorf) 

So kam es zu der Zusammenarbeit 

Vielleicht war es Zufall oder Schicksal, dass Norbert Nettekoven, Vorstand des  Treasures of Kenia e.V., Nina Ogot zum „Jambo Day“, einem kleinen Festival für kenianische Kultur, nach Deutschland eingeladen hat. Die kenianische Singer-Songwriterin, gerade in einer Phase der musikalischen Neufindung, ließ sich auf das Abenteuer ein.  Normalerweise mit kleiner Band unterwegs , träumte sie schon lange von einer modernen Version der großen Afrikanischen Bands der 70er-Jahre, der Afro Beat, Bango, High Life und Juju Musik.

Zusammen mit der in Deutschland formierten 13-köpfigen Band wurde dieser Traum Wirklichkeit, auf der Bühne und im Studio, der Sound der Nina Ogot Band war geboren: Wunderbar arrangierte Bläsersätze stehen im Dialog mit Harmoniegesang, pulsierenden Rhythmen, klaren Gitarren- und Pianomelodien und einer ausdrucksstarken Protagonistin. Nina Ogots Songs schaffen den Spagat zwischen Tradition und Moderne, der perfekte Soundtrack für ein modernes Kenia - gefühlvoll und ehrlich.  In Ninas Muttersprache bedeutet „Dala“ Heimat, zu Hause – und genau das ist ihre Musik, ein Gefühl von zu Hause. 

Die Musik trägt ihren Teil dazu bei:  von der poppigen Hymne „Dala“ bis zum rhythmisch traditionellen „Rafiki“,  vom Salsa inspirierten „Mama“ zum lebhaften und mitreißenden „Tabasamu“. Die Energie und zukunftsorientierte Lebhaftigkeit eines jungen Nairobi, aus dem diese Musik geboren ist, überträgt sich nicht nur auf Nina Ogots deutsche Mitmusiker, sondern auch auf das Publikum – ob in Afrika oder Europa, ob live oder auf CD. Bisher hat Nina Ogot zwei Alben produziert: „Ninairobi“ (2009) und „Yote Yote“ (2014). Sie hat zwei afrikanische Video Awards gewonnen sowie die Kenyan Kalasha Awards. Vor ihrer Karriere als professionelle Musikerin arbeitete sie als Musikdirektorin für die Organisation Kuruka Maisha, die Straßenkindern mit Musik, Tanz und Theater hilft, eine Perspektive für ihr Leben zu entwickeln, sowie als TV- und Radiomoderatorin bei Radio France International und Citizen TV, Kenias populärster Fernsehstation.

(Text und Collage: Norbert Nettekoven/Nina Ogot)

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