Wollfest in Westerburg machte Lust auf kalte Jahreszeit

Schon zum vierten Mal ging das schöne Westerwälder Wollfest in Westerburg über die Bühne. Und der Termin für 2020 steht auch schon fest! Es ist einfach großartig, was hier geboten wird. 

Ramona Schoch-Kluczny (Westerwälder Wollschmiede, Seck) ist die Organisatorin der bunten Sache. 

Großes Angebot in der Kleinstadt

47 Aussteller aus ganz Deutschland und Österreich waren in der Stadthalle vertreten. Nicht irgendwer, sondern Anbieter mit Niveau, denen man die Liebe zum Thema Wolle, Kreieren, Häckeln, Stricken und Spinnen anmerkte. Nicht alles lag hier in Frauenhand, auch Männer ergaben sich der Woll-Lust. 

Die Stimmung war gut, viele BesucherInnen kannten sich über Facebook & Co. oder von anderen Festen und Strickevents. Social Networking hört nicht bei der Tastatur bzw. an der Handymatscheibe auf: In Westerburg stand der Benefizgedanke im Mittelpunkt des Geschehens, genauer gesagt: das Hospiz St. Thomas in Dernbach

Geld- und Strickspenden für das Hospiz 

Die Einnahmen aus dem Tombolalosverkauf und Geldspenden brachten mehr als 900 Euro zusammen. Und das war nicht alles: Sehr viel Selbstgestricktes wurde von verschiedenen Wollkünstlern für das Hospiz abgeben. 

Diese schönen Arbeiten werden beim Strickbasar am 20. November 2019 in Dernbach angeboten  – der Erlös geht an das Hospiz. 

Blogger mit Haspel 

„Strickmirwas”-Marco war ebenso da wie Thorsten Duit (just-duit-work) und Steffi (Nadelgeklapper und mehr)! Sie haspelten geduldig Stränge zu Knäulen – gegen eine Spende, die auch dem Hospiz zugutekam.

Stricken mit Verstand & Herz 

Zwei Frauen aus Braunfels und Neuwied, die sich bei einem Strickwochenende kennengelernt hatten, gingen in Westerburg gemeinsam von Stand zu Stand.

Sie erklärten, dass sie den Markt gut finden, besonders da er noch überschaubar sei. Sie achten auf Qualität. Beiden ist wichtig, dass die Merinowolle, die sie benutzen, mulesing-frei ist.  „Alles andere ist für mich Tierquälerei,“ so Melanie. 

Auf "mulesing-frei" achten 

Für den Laien ist das Thema vielleicht neu, sollte aber in die Kaufentscheidung einfließen – und deshab die Info, was Mulesing überhaupt in etwa bedeutet:  

Es gibt Merinoschaf-Züchtungen mit extra vielen Hautfalten, die besonders in der Afterregion für Schmeißfliegen und deren Maden ein ideales Klima bieten. Doch der Insektenbefall quält das Schaf nicht nur, er kann es sogar töten. Museling bedeutet, dass die Haut an der empfindlichen Stelle ohne Betäubung und Wundpflege herausgeschnitten wird, damit hier keine Haare mehr nachwachsen und der Madenbefall abgewehrt wird. In Australien wird das vom Gesetzgeber toleriert und von vielen Züchtern praktiziert. Aber Tierschützer bestehen auf einem Verbot.

Und das gab es auch

Wunderschön gearbeitete Stricknadeltaschen in Filz oder Stoff wurden angeboten, auch Spindeln. Ein Anbieter aus Wilnsdorf hatte Holzhäkelnadeln im Angebot. Er wies darauf hin, wie gesund Handarbeiten ist! Wolle samt Farben zum Selbstfärben hatte die „Webetante“ dabei. 

Kunstvolle Knöpfe in verschiedensten Designs und Größen waren zu finden. Ein Kölner pries seine Baumwoll-Kunstfaser-Mischung überzeugend an, seine modische Weste sprach für sich. 

Dicke Wollzöpfe wurden zum Verspinnen angeboten. Eine Österreicherin hatte sogar einen Faser-Adventskalender im Sortiment.

Auf der Bühne saß man zusammen und  es wurde gesponnen und gestrickt. Eine Frau hatte gerade ein „Mystery-KAL“ begonnen. Sie wusste nur, dass sie ein Tuch strickt, aber nicht, wie es letztlich aussehen würde.

Jede Woche gibt es neue Anleitungen per Internet, denen sie und eine Reihe anderer StrickerInnen folgen. 

Raveler-Meeting und WW-Wollfest gibt's 2020 im Paket 

Der Termin des nächsten  Wollfests steht fest und bietet eine Besonderheit: am 12. und 13. September 2020 findet es ausnahmsweise in Rennerod zusammen mit dem German Raveler-Meeting 2020 statt.

Ravelry ist eine große Plattform für Garnkünstler mit mehreren Millionen Usern weltweit.

2021 soll das Westerwälder Wollfest dann wieder in alter Form in Westerburg durchgeführt werden. 

Kontakt

Hier können Sie die Organisatorin Ramona Schoch-Kluczny kontaktieren

(Foto und Text: Tatjana Steindorf) 

 

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